Lebendige Gründerzeit
Das Muschelminnafest 2007Am Wochenende vom 16./17. Juni 2007 feierte Görlitz sein
12. Muschelminnafest auf dem Platz, der mit seinem gründerzeitlichen Flair und dem 120-jährigen Brunnen den richtigen Rahmen gab. Am Sonntag, dem 17. Juni, wurde in Görlitz auch der 12. Tag der offenen Sanierungstür begangen. Dort lag in diesem Jahr ebenfalls der Schwerpunkt auf der Gründerzeit, so dass sich die beiden Feste gut ergänzten.
Gepflegte Gastronomie im Stile der Gründerzeit lud zum Verweilen ein, Marktstände mit Händlern in Gründerzeitbekleidung verlockten zum Kaufen und Wechselstuben tauschten den Euro in extra gedruckte Gründerzeitmark um, die an diesem Wochenende auf dem Festgebiet des Postplatzes Zahlungsmittel war. Diese Währung soll auch bei kommenden Festen zum Einsatz kommen. Die Scheine in Höhe von einer halben, einer ganzen und fünf Gründerzeitmark sind in ihren unterschiedlichen Farbtönen stilvoll und ein Hingucker – auch für Sammler. Die Vorderseite zeigt den Blick auf den historischen Postplatz mit dem Postgebäude, die Rückseite zieren zwei Ansichten des Brunnens.
Der Sonnabend stand ganz unter dem Zeichen des Jubiläums des Brunnens. Es wurde zu einer Zeitreise zum 20. Jahrestag der Errichtung der Muschelminna im Jahre 1907 eingeladen. Von den damals vier Tageszeitungen „Neuer Görlitzer Anzeiger“, „Görlitzer Volkszeitung“, „Görlitzer Nachrichten“ und „Niederschlesische Zeitung“ wurden je das Deckblatt mit Datum 16. Juni 1907 als Extrablatt her- ausgegeben. Auf jeder Rückseite waren die Mitwirkenden am Programm und das Programm aufgeführt. Etwa 120 Bürgerinnen und Bürger wirkten beim Programm ehrenamtlich mit. Größtenteils waren es Darsteller, die in der „Jetzt-Zeit“ dort arbeiten, wo ihre Vorgänger zur damaligen Zeit auch arbeiteten. Das betraf z. B. die Polizisten, die aufgeführten Vereine, den Richter und Anwalt, den Straßenbahnfahrer sowie die Sänger des Musiktheaters Görlitz. Bei der Vorstellung der traditionellen Görlitzer Handwerksbetriebe traten die Nachfahren der wirklichen Firmengründer auf.
Zu diesem wichtigen Ereignis unserer Zeitreise in das Jahr 1907 konnten wir voller Stolz die „Urenkel“ der wichtigsten Persönlichkeiten jener Zeit begrüßen. Die Straßenbahn von 1897 quietschte um die Ecke vor dem Amtsgericht und brachte wichtige Leute – Bank-, Museums- und Fabrikdirektoren, Stadtverordnete, Kirchenvertreter und Kaufleute. Der Oberbürgermeister kam mit zwei Ehrengästen in der Kutsche vorgefahren. Nach seiner historischen Rede, bei der die Minna unverdrossen weiter plätscherte, erhielten die Ehrengäste zur Erinnerung Schärpen.
Nach dem umfangreichen ganztägigen Programm und Markttreiben beendete ein Ordonanzoffizier der Görlitzer Garnison, hinter dem sich der Historiker Dr. Kretzschmar verbarg, zu 18.00 Uhr das Spektakel. Ab 20.00 Uhr waren alle Gäste zum Sommernachtstanz bei Live-Musik vor dem bunt beleuchteten Brunnen geladen. Ein Feuerwerk, das die „Minna“ noch einmal in das rechte Licht rückte, beendete das 12. Muschelminnafest.

Nach dem umfangreichen ganztägigen Programm und Markttreiben beendete ein Ordonanzoffizier der Görlitzer Garnison, hinter dem sich der Historiker Dr. Kretzschmar verbarg, zu 18.00 Uhr das Spektakel. Ab 20.00 Uhr waren alle Gäste zum Sommernachtstanz bei Live-Musik vor dem bunt beleuchteten Brunnen geladen. Ein Feuerwerk, das die „Minna“ noch einmal in das rechte Licht rückte, beendete das 12. Muschelminnafest.